|
||||
SPORTSCHIEßEN-BUNDESLIGA. Der vom Post SV ausgerichtete letzte
Wettkampftag der Saison wurde für die Mannschaft von Trainer Manfred
Welbers vor 450 lautstarken Zuschauern zum vollen Erfolg.
Jessica Mager hatte ihr Lächeln wiedergefunden. Gemeinsam mit ihren Teamkollegen vom Post TSV strahlte die Luftgewehrschützin über das ganze Gesicht. "Ich bin überglücklich aber auch fix und fertig, als wäre ich zehn Runden um den Block gesprintet!" Fast 50 Minuten lang hatte das noch anders ausgesehen. Im Bundesliga-Duell gegen die SG Tell Dietzenbach spielten ihr die Nerven zwischenzeitlich einen Streich. Unter der teils ohrenbetäubenden Kulisse von 450 lautstarken Zuschauern in der zur Schießarena umfunktionierten Turnhalle des Sportparks Niederheid will nicht jeder Schuss ins Ziel. Dreimal hintereinander verpasst Jessica Mager die exakte Mitte der zehn Meter entfernten Zielscheibe: 9,9, 9,9, 9,9 - bis zur goldenen Mitte von zehn Ringen ist es nur ein Zehntelmillimeter. Es geht um Nuancen. Jessica Mager hadert mit sich selbst. Post-TSV-Trainer Manfred Welbers greift ein, gibt Tipps, verbessert die Haltung: "Du musst die Beine mehr durchdrücken!" Danach läuft es wie geschmiert. 14 Mal in Serie trifft sie eiskalt in die Ringmitte. 40 Schuss in 50 Minuten Nach insgesamt 40 Schuss, für die die Athleten 50 Minuten Zeit haben, steht für Jessica Mager und die Postler am Ende des letzten Bundesliga-Wettkampfs der Saison ein glatter 5:0-Erfolg auf dem Programm.
Während Dietzenbach den Gang in die Regionalliga (entspricht beim Schießen der 2. Bundesliga) antreten muss, plant Trainer Manfred Welbers bereits für die zweite Saison im Oberhaus. Die beginnt erst im September. "Wir haben schon einen Antrag gestellt, noch einmal einen kompletten Bundesliga-Wettkampftag ausrichten zu dürfen", freut sich der 68-Jährige über die gelungene Veranstaltung. Mit einem derartigen Zuschauerzuspruch hatte auch er nicht gerechnet. Auch für die Schützen war die mit Rasseln und Trillerpfeifen für einen Wettkampf ungewöhnlich stimmungsvolle Kulisse gewöhnungsbedürftig. Eine Herausforderung an die eigene Konzentrationsfähigkeit. Schießen bei gehörten 130 Dezibel Geräuschkulisse will gelernt sein. Die Schützen hatten ihre eigenen Tricks, sich auf diese Umstände vorzubereiten. "Beim Training haben wir eine Musikanlage benutzt und voll aufgedreht", verriet Jessica Mager. Wenn wie im Fall der 18-Jährigen allerdings über ein Dutzend Freunde plus Familie auf der Tribüne mitfiebern und "der Puls somit noch ein paar Schläge höher geht als üblich", so Mager, "lässt sich das schlecht trainieren." "Als Aufsteiger wollten wir den Klassenerhalt schaffen. Das ist uns gelungen", freut sich Trainer Welbers. Nächste Saison soll die Meisterschaftsendrunde in Angriff genommen werden. Dafür müssen sich die Postler um einen Rang verbessern, denn nur die vier besten Teams der Nord-Gruppe qualifizieren sich. |
||||